Deepfakes: Wenn Filmlegenden ungewollt zu Pornodarstellern werden

 

 

© Kaitlyn Baker

Seit Dezember hält sich der aktuelle Film der Star Wars Saga wacker in den deutschen Kinos. Doch im Netz erhalten vor allem die weiblichen Darsteller ungewollte Konkurrenz – scheinbar von sich selbst.

Nicht nur Carrie Fisher eroberte als Prinzessin Leia in ihrer langjährigen Filmlaufbahn so manches Herz. Auch Neuzugang Daisy Ridley hat als Rey viele Fans dazugewonnen. Mit der FakeApp könnte „Fanliebe“ zukünftig jedoch ein ganz neues Level erreichen – zu Ungunsten der Filmdarsteller.

Deepfakes durch FakeApp – Täuschend echt und kinderleicht

Als Deepfake bezeichnet man Videos, die durch Bearbeitung gezielt verfälscht werden. Dem Betrachter wird dabei eine täuschend echt aussehende Realität vorgegaukelt. Mithilfe einer Künstlichen Intelligenz (KI) ist es möglich, Gesichter in Filmmaterial zu vertauschen, sofern von der Zielperson genügend Fotografien vorhanden sind. Durch die kürzlich veröffentlichte FakeApp können jetzt auch Personen ohne technisches Fachwissen solche Clips erstellen.

Wunschporno leicht gemacht?

Entwickelt wurde die App ursprünglich, um die Face-Swap-Methode für jeden Menschen zugänglich zu machen, so der Erfinder, der sich passenderweise selbst Deepfakes nennt. Dass jenes Tool nun für bestimmte Zwecke missbraucht werde, könne man seiner Meinung nach nicht verhindern. Tatsächlich versuchen sich viele Nutzer der FakeApp mittlerweile daran, Pornomaterial zu bearbeiten. Dabei tauschen sie die Gesichter der Pornodarsteller gegen das ihrer Wunschperson aus. So wird ein Mensch unwissentlich zum Hauptdarsteller eines Sexfilms, den er nie gedreht hat.

Fanliebe der anderen Art

Pornotitel, die bekannte Namen des Showbusiness tragen, sind nun keine Seltenheit mehr. Und tatsächlich sehen sie zum Teil schon verblüffend realistisch aus. Da für einen Deepfake lediglich ausreichend Bildmaterial der Wunschperson vorhanden sein muss, werden vor allem Schauspieler Opfer dieses Trends. In etwaigen Kreisen sollen vor allem Star Wars-Charaktere wie Prinzessin Leia und Rey weit verbreiten sein. Doch auch Emma Watson ist durch ihre Stellung als Frauenrechtlerin ein beliebtes Ziel. Ungewollt werden junge wie auch alte Filmlegenden so zu Objekten sexueller Begierde.

Racheporno – Die Gefahr für die Privatperson

Wer glaubt, dass sich lediglich berühmte Personen ungewollt auf Pornowebseiten finden werden, irrt sich. Vermehrt kam es bereits zu sogenannten Rachepornos. Dabei werden Deepfakes des Ex-Partners erstellt und ins Netz geladen, um die Person zu demütigen. Auch, wer häufig viele Fotos in sozialen Netzwerken hochlädt, erhöht die Gefahr, Opfer eines Deepfakes zu werden.

Geschrieben von Julia am Mo, 05.02.2018

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