Verhaltenskodex für Abgewiesene: So kommst du garantiert in jeden Club

 

 

© Pulse Radio

Ja, jeder hatte schon mal dieses komische Gefühl: Herzklopfen, ein kurzer Augenkontakt, gespielte Lässigkeit und plötzlich bleibt die Zeit stehen. Ja oder Nein? Nicken oder Abwinken? Stunden der Freude oder anstehende Depression? Die Geschichte einer Clubtür.

Gestern hat das Fazemag die härtesten Türen Deutschlands bekanntgegeben. An erster Stelle steht natürlich: Das Berghain! Eine unüberwindbare Festung, ein furchteinflössender Türsteher und eine schier endlose Schlange verpassen jedem Berlin-Besucher schlottrige Knie. Auf dem 3. und 8. Platz landen der Kater Blau und das Sisyphos.

Für alle, die diese unschöne Erfahrung mal machen müssen, haben wir hier die ultimativen Tipps, wie ihr euch verhalten sollt, um doch noch am Türsteher vorbeizukommen:

1. Fassungslosigkeit

"WASSSS ???? ICH??? WIESO !!! Ich war hier doch schon zig Mal, mit dem gleichen Freund, dem gleichen Outfit." . Im Moment der Abweisung darfst du die Welt nicht mehr verstehen. Schlag die Hände über den Kopf, schau dich fassungslos um und reiß dabei weit die Augen auf. Falle am besten auf die Knie und sprich ein kurzes Gebet gen Himmel. Wenn das nicht hilft, wage den nächsten Schritt.

2. Ärger

Sei selbstbewusst! Schau dem blöden Penner tief in die Augen und sag ihm: "Wie kannst du mich einfach so abweisen abweisen?! Ich bin doch der beste Tänzer, den ich kenne. SCHEIßE. Was soll ich jetzt machen? Es ist 4 Uhr morgens. Ich habe 2 Stunden Schlange gestanden. Was für ne Zeitverschwendung. Jetzt bin ich nicht mal mehr hacke. SCHEIßTAG!!"

3. Mach dir laut Vorwürfe

Rauf dir die Haare und gehe unruhig auf und ab: "Ich hätte nicht so viel lachen müssen. Vielleicht trage ich zu viel schwarz, ich hätte einfach das erste Outfit, das ich anhatte, anziehen sollen – oder zumindest etwas Glitzer in meine Haare streuen sollen. Vielleicht hab ich zu lieb ausgeschaut? Ja, das ist es. Wenn ich nur mein Outfit, Aussehen, Benehmen und meine Grundwerte verändert hätte, wäre das nie passiert."
Biete den Türstehern an, deine Kleidung zu wechseln, auszunüchtern und wieder zu kommen. Zeig ihnen, dass du für sie ein anderer Mensch werden kannst. Das beeindruckt definitiv!

4. Depression

Diese Etappe fordert maximale Konzentration: Halte inne ... Schau dem Türsteher langsam, theatralisch in die Augen und sage: "Ich wollte doch nur tanzen, meine Sorgen wegkoksen. Ich habe grad echt 'ne schwierige Phase, meine Freundin hat sich von mir getrennt. Noch eine Abweisung überleb ich nicht. Komm schon! Sonst lande ich einsam und traurig auf der Couch und schieb nen Serienabend, das willst du doch nicht?!."
Achte dabei auf deine Haltung. Hängende Schultern, nach vorne gereckter Hals und verwischte Augentusche verleihen dir noch mehr Glaubwürdigkeit.

5. Neuanfang

Ach, so ist das halt in Berlin. Ich sollte nicht so hart zu mir sein. Jeder wird irgendwann zurückgewiesen. Das macht es so besonders, so spannend. Ohne diese emotionale Achterbahn, würde ich die Magie des Ortes gar nicht schätzen. Du lebst in der geilsten Stadt der Welt, genieße es. Ganz abgesehen davon gibt es noch viele andere Clubs, in denen ich tanzen gehen kann. Fick dich Sisyphos, ab inn Kater!

Geschrieben von Hasan am Mo, 06.02.2017

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