Warum Linkin Park gleich mehrere Generationen geprägt hat

 

 

© Rubén G. Herrera

Die älteren Geschwister erliegen seit Ihrer Jugend dem Hip-Hop, im Freundeskreis ist Alternative- und Indie-Rock weit verbreitet, die kleine Schwester schwärmt für One Direction. Aber wohl kaum eine andere Band vereint(e) Musikliebhaber über Generationen hinweg so sehr wie Linkin Park.

Umso härter traf die Nachricht in die Welt, dass Sänger Chester Bennington sich am 20. Juli des letzten Jahres das Leben nahm (R.I.P.). Seine musikalische Ausstrahlung inspirierte über fast zwei Jahrzehnte hinweg Million Jugendliche rund um die Welt – und wahrscheinlich hätte es noch weitere 20 Jahre so weitergehen können. Doch worin liegt begründet, dass Linkin Park gleich mehrere Generationen musikalisch prägte?

Jahrzehnte langer Welterfolg

Dass die Band seit ihrem Debutalbum Hybrid Theory im Jahr 2000 einfach fantastische Musik machen, steht hier außer Frage. Jedes einzelne Studioalbum von Linkin Park schaffte es in Deutschland, Österreich und den USA mindestens unter die Top 3 der Chartplatzierungen. Der Clue: die insgesamt sieben Studioalben verteilen sich über 17 Jahre.

„The Songs That Bind“

Laut einer Datenanalyse des US-amerikanischen Journalisten und Autoren Seth Stephens-Davidowitz (New York Times) legen Menschen den Grundstein für ihre musikalischen Vorlieben bereits im frühen Jugendalter. Bei Mädchen ist besonders die Altersspanne von 11 bis 14 Jahren sehr prägend, während Jungen zwischen 13 und 16 die Basis für den Musikgeschmack bilden.

Deshalb läuft in der Playlist eines 28-jährigen Mannes beispielsweise noch immer „Emanuela“ (2005) von Fettes Brot, während Frauen Anfang 20 zu Katy Perrys „I kissed a Girl“ (2008) nicht die Füße still halten können. Und deshalb ist Linkin Park bei 34-Jährigen genauso stark im Herzen verankert wie bei Teenagern, die heute noch nicht mal das 18. Lebensjahr erreicht haben.

Linkin Park – Lückenlose Leistung

„Pff, die Rolling Stones touren seit 1963 durch die Welt“, wird jetzt manch einer einwenden. Das mag zwar faktisch richtig sein (und an dieser Stelle soll der Band auch keinesfalls Talent oder Erfolg abgesprochen werden), jedoch gestaltet sich der Altersdurchschnitt auf Konzerten auch dementsprechend. Die Goldenen Jahre der Band sind und bleiben die 60er und Anfänge der 70er. Seit 1973 schaffe es keine Singleauskopplung der Rolling Stones, in den deutschen Charts unter die Top 10 zu gelangen.

Zwar ist Linkin Park nicht die einzige Band, die lange Zeit die Musikgeschichte der Welt prägte, jedoch ist es eine der wenigen, die diesen Erfolg lückenlos fortführen konnte. Seit der Single-Auskopplung „In the End“ (2001) erreichten 14 Songs die deutschen Top 15, davon sieben die Top 10.

Hier das Musikvideo zu "Heavy", Single-Auskopplung, die zuletzt die deutschen Charts erreichte:

Linkin Park und die Zukunft

Gerüchten zufolge soll die Band mittlerweile ohne Chester Bennington den Weg zurück ins Studio gesucht haben – eine offizielle Bestätigung dessen liegt jedoch nicht vor. Sollte sich das Gerücht als Wahrheit entpuppen, bleibt Linkin Park an dieser Stelle noch viel (lückenloser) Erfolg für die Zukunft zu wünschen. Meiner Generation hat die musikalische Inspiration der Band jedenfalls nicht geschadet.

Geschrieben von Julia am So, 11.03.2018

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