Ein Dokumentarfilm über die deutsche Clubkultur

 

 

© Pixabay

In seinem neuen Dokumentarfilm Denk ich an Deutschland in der Nacht beleuchtet Regisseur Romuald Karmakar die Arbeit von Elektro-DJs, die in Deutschland und international eine wichtige Rolle innehaben.

Mit bürgerlichem Namen heißt die Berlinale eigentlich Internationale Filmfestspiele. In einem der neueren Berliner Kinos – dem Cinestar – wurde nun Romuald Karmakars Film „Denk ich an Deutschland in der Nacht“ vorgestellt. Ein Werk über die deutsche Clubkultur.

DJs reden gerne über deutsche Pioniere, über Karlheinz Stockhausen und Kraftwerk. Der weltbekannte DJ Ata spricht vom German Sound – „präzise wie ein Audi“. Die besten DJs, sagt er, seien Deutsche. Es ist ihre Musik, der Mythos Berlin und ein deutsches Märchen.

Elektronische Musik wird von schönen Frauen wie Sonja Moonear gemacht, oder von klugen Männern wie Move D. Man hört die Naturgesetze walten in der Musik. Es müssen nicht mehr die Sphärenharmonien vermessen werden, diese finden sich in den Schaltkreisen.

Regisseur Romuald Karmakar präsentiert uns seinen Streifen ganz nach Wim-Wenders-Manier. Die Kamera steht da und lässt einen allein mit Musik und Tänzern, vielleicht tanzt er sogar mit.

DJ Ricardo Villalobos sagt, im „Club der Visionäre“ oder der „Panorama Bar“ fände man noch zueinander, weil die Freiheit draußen einsam mache. Und die Kinder der sozialen Netze freuen sich über jede Nacht im „Berghain“. Immer das Gleiche. Die Menschen sind es auch.

Clubkultur nach 50 Jahren Tangerine Dream, nach mehr als 25 Jahren Techno und nach 67 Jahren Berlinale. Der Senator für Kultur will sich besonders kümmern, wie und ob das klappt, wird man sehen.

Doch eins ist seltsam: Der Sound war weiter, als die Mauer noch stand. Noch wilder, als sie fiel. Und heute dreht er sich im Kreis und kommt nicht von der Stelle.

Geschrieben von Roman am Fr, 17.02.2017

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